Geschichte der Baugenossenschaft
Löffingen e.G

Über die Gründungszeit der Baugenossenschaft ist
in der Löffinger Chronik zu lesen:

Die Wohnungsnot machte sich empfindlich breit. Die Stadt kaufte im Jahre 1920 das alte Gasthaus zur Sonne und richtete darin Wohnungen und im anstoßenden Ökonomiegebäude eine Mühle, - die Stadtmühle - ein. Die Wohnungsnot führte auch zur Gründung einer gemeinnützigen Baugenossenschaft. Mit Unterstützung der Stadtverwaltung baute sie zunächst mehrere Häuser in der Friedhofstraße."Was die Unterstützung seitens der Stadt anbelangt, irrt der Chronist. Zeitzeugen und Protokolle der Versammlungen dokumentieren die Situation etwas differenzierter.
Um die Umstände, die zur Gründung der Baugenossenschaft geführt haben, besser zu verstehen, ist es notwendig, die Zeitgeschichte und örtliche Situation näher zu betrachten.


Die Gründer der Baugenossenschaft Löffingen im Juni 1921


Die Baugenossenschaft in der Weimarer
Republik (1921 - 1933)

Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg und dem Versailler Vertrag war die Zeit um 1920 geprägt von einer ständig anhaltenden Verteuerung und Geldentwertung, die ihren Höhepunkt im Oktober 1923 hatten und mit einem Neubeginn im Dezember mit der Einführung der Rentenmark begann.
Alle Sparguthaben wurden damals fast gänzlich entwertet (auch die der Stadt Löffingen). Beispielsweise wurde die Unterbränder Staumauer 1922 mit 3 Milliarden Mark abgerechnet, Monate später war diese Summe noch gerade einen US Dollar wert. Eine junge Generation Löffinger Handwerker, die meist als Soldaten im 1. Weltkrieg gedient hatten, fanden nach der Rückkehr bei ihren alten Handwerksbetrieben keine Anstellung mehr. Geld war in dieser Zeit Mangelware, und somit waren Dienst- und Arbeitsleistungen vielfach nur in Naturalien zu entlohnen. Um sich und ihre Familien ernähren zu können, erlangten die jungen Männer den Meistertitel und gründeten verschiedene Handwerksbetriebe.
Die kommunalpolitische Situation in Löffingen war so, dass von 1890 - 1920 Karl Kuster Bürgermeister war und nach 30jähriger Amtszeit nicht mehr kandidierte und bei den Neuwahlen im Jahre 1920 sein Sohn Adolf Kuster knapp gewählt wurde. Seinem Gegenkandidaten Paul Guth fehlten nur wenige Stimmen, um Bürgermeister zu werden. Adolf Kuster stand für die Weiterführung des konservativen Kurses, mit dem sein Vater 30 Jahre lang erfolgreich die Geschicke Löffingens leitete. Die Wohnungsnot war empfindlich und ist auch in anderen historischen Aufzeichnungen beschrieben.
"Beharrung" war nicht Sache der jungen Handwerksmeister, sie wollten den "Aufbruch". Sie waren sehr stark von existentiellen Sorgen geplagt. Es formierte sich eine Gruppe, die dann letztlich zur Gründung der Baugenossenschaft am 24.04.1921 führte.Ziel der Baugenossenschaft war, Arbeit zu organisieren und durch preisgünstigen Wohnungsbau auch weniger bemittelten Schichten Wohneigentum zu ermöglichen. Die damit anfallende Arbeit sollte der Löffinger Handwerkerschaft die Existenzgrundlage dazu schaffen. Viele der damals gegründeten Unternehmen existieren als Familienbetriebe heute noch in dritter oder vierter Generation.Vor der Gründung formierte sich jedoch schon eine vorbereitende Kommission, deren Initiator der Löffinger Schlossermeister Leopold Berger war.
Leopold Berger war auch Vorstand der Kommission. Er legte bereits bei der Gründungsversammlung am 24. April 1921 ein fertiges Konzept über den Bau und die Finanzierung von 3 Häusern vor.
Fabrikant Josef Benz von den Holzindustriewerken hatte sich der Bewegung angeschlossen und erklärte sich bereit, mit 50.000,- RM der Genossenschaft beizutreten. Die Werkswohnungen, die Benz in großer Anzahl im wesentlichen für seine Arbeiter baute, stellten lange Zeit das größte Wohnraumangebot dar, das in Löffingen für Arbeiterfamilien verfügbar war.
Unterstützen sollte auch die Gemeinde mit der Überlassung von Gelände und der Gewährung von Baudarlehen, worüber auch eine pauschale Zusage bestanden hat.
Gründungshelfer war der Villinger Sparkassendirektor H. Häßler, welcher einige Baugenossenschaften in der Umgebung mitbegründete. Häßler war auch in späteren Zeiten immer ein zuverlässiger und wertvoller Ratgeber. 47 Bürger hatten sich dann im Gasthaus Löwen eingefunden.
Die von der Gründungsversammlung gewählten Vertreter waren folgende:
Paul Guth 1. Vorstand
Josef Benitz 2. Vorstand
Hans Scheuregger Kassier und Schriftführer
Aufsichtsräte : Anton Beha, Josef Benz, Anton Schirmer, Konrad Bader, Christian Faller, Dekan Kienzler, Karl Wölfle, Ernst Ratzer, Alfred Köpfler.
Anton Schirmer und Josef Benz waren Aufsichtsratvorsitzende. A. Köpfler und C. Faller die Schriftführer. Der Initiator Leopold Berger verfehlte zunächst den Einzug ins Gremium.
Um möglichst schnell eine große Anzahl Mitglieder zu erlangen, wurde an eine Werbekommission gedacht. Die ersten Hausbewerber waren Karl Hepting und Karl Schmutz, der tatsächliche Kauf aber kam erst über ein Jahrzehnt später zum Tragen.
Die Planung wurde dem Villinger Architekten Nägele übergeben, welcher in Villingen schon mehrfach baugenossenschaftliche Objekte geplant hatte, die örtliche Bauleitung wurde durch den Löffinger Architekten J. Preiß erledigt.
In einer Sitzung 2 Tage nach der Gründung wurden die Bauvorhaben genauer durchdacht. Man plante den Bau von 8 Häusern am Alenberg, 2 Einfamilienhäuser und ein Doppelhaus (Gendarmeriegebäude) konnten noch, dank der gründlichen Arbeit der Vorbereitungskommission, im Gründungsjahr gebaut werden.
Um Eindrücke über neuzeitliche Baustile zu erhalten, wurden zuvor mit dem "Benzschen - Direktionswagen" entsprechende Objekte in Villingen besichtigt.Sehr schnell danach wurden Rohbauarbeiten vergeben. Die Maurerarbeiten bekamen die Firmen J. Wider, K. Egle und J. Strobel. Die Blechnerarbeiten wurden E. Willmann zugeteilt. Zimmerarbeiten wurden den Zimmerern Joh. Fechtig, L. Roth, M. Mogel , J. Bieler und A. Strobel zugeschlagen, die Eisenlieferungen erhielten die Schmiedemeister Brunner, Göhry und Fürst.
Am 17. Juli 1921 kam es zu einer außerordentlichen Generalversammlung zwecks Ergänzung des Statuts der gemeinnützigen Baugenossenschaft. Es waren 35 Genossenschaftler anwesend.
Unter anderem wurde der Bau weiterer 4 Häuser im kommenden Jahr 1922 beschlossen.
Am 23. Juli wurden die Innenarbeiten vergeben. Die Wasserleitungen erhielt E. Willmann, die Tapezierarbeiten Sattlermeister Kraus, die Gipserarbeiten Franz Schweizer, die Schlosserarbeiten L. Berger, die Malerarbeiten K. Hepting, die Schreinerarbeiten wurden an die Meister Münzer, Limb, Strobel und Ofenhässle vergeben.Die Gründung der Baugenossenschaft bescherte den Handwerksbetrieben aus Löffingen einen kräftigen Beschäftigungsschub und organisierte sich - argwöhnisch betrachtet - gegen manchen Widerstand.
Die neue Genossenschaft wurde von sehr tatkräftigen und mutigen Männern getragen. Die Absicht - praktisch aus dem "Stand" - innerhalb von 2 Jahren 8 Häuser zu bauen, bezeugt die Notwendigkeit aber auch den dringenden Bedarf nach Arbeit und Wohnraum.
Am 10.12.1921 wurde im "Vogel" (Pilgerhof) Richtfest gefeiert. Bei den damals gebauten Anwesen handelt es sich um das heutige Doppelhaus Rombach/Klodt, den Häusern Ruf und Hepting in der Alemannenstrasse und in der Dittishauserstrasse das Doppelhaus Küssner/Diehr und die Häuser Geisinger und Ratzer.Im ersten Bestandsjahr wurde ein enormes Tempo vorgelegt. Am 28. Juli 1921 wurde Löffingen von seiner größten Katastrophe heimgesucht, dem Großbrand, welchem vom Mailänder Tor bis hoch zum Alenberg 37 Altbauwohnungen zum Opfer fielen.
Die dringenden und notwendigen Aufbauarbeiten nach dem Brand erforderten die ganze Kraft Löffinger Handwerker. Die Rolle der Baugenossenschaft beim Wiederaufbau war unbedeutend, sie wurde von den Stadtgewaltigen "außen vorgelassen ". Es wurde damals eine staatliche Kommission eingesetzt, die eng mit der Stadtverwaltung kooperierte und gegen etlichen Widerstand aus der Bürgerschaft den Erhalt des historischen Stadtcharakters durchsetzen konnte.
Das Auswirkungen des Großfeuers drängte die noch sehr junge Baugenossenschaft für einige Zeit in die Defensive.
Aus einem Protokoll vom 19.01.1922 geht hervor, dass Baustoffe rationiert wurden und diese per Dekret des Arbeitsministeriums nur Mitgliedern der badischen Baustoffversorgung in Karlsruhe zugeteilt wurden. Die entsprechende Mitgliedschaft ist dann auch dann beschlossen worden.
Die 8 gebauten Häuser sollten nun verkauft werden. Karl Geisinger bewarb sich für das Haus Nr. 3, Merz das Haus 7, Karl Schmutz Haus Nr. 5 und Karl Hepting Haus Nr. 8.
Eine Einigung mit der Gemeinde bezüglich eines Vorschusskredites kam nicht zustande, weshalb die Hausverkäufe damals noch nicht getätigt werden konnten.Die 1. Generalversammlung fand am 9.4.1922 im Gasthaus Löwen statt. Vorstand Paul Guth konnte 63 Mitglieder begrüßen und kommentierte das erste Bestandsjahr. Er dankte Leopold Berger, der ja der eigentliche Gründer war.
Paul Guth wollte nicht mehr zur Wiederwahl antreten, da er kränklich sei und hoffen könne, dass ein neuer Vorstand eine glücklichere Hand gegenüber der Gemeinde habe. Er wurde einstimmig wiedergewählt und nahm die Wahl erst nach langem Zaudern an.
L. Berger wurde dann für den ausscheidenden Dekan Kienzler in den Aufsichtsrat gewählt.
Die Generalversammlung 1923 wurde nicht abgehalten, weshalb vom Verband gemahnt wurde.
Die letzte gemeinsame Sitzung hat am 5.5.1922 stattgefunden, die nächste erst wieder am 30.07.1924, also über 2 Jahre später. Der Grund lag sehr wahrscheinlich darin, dass die ganze Kraft den Aufbauleistungen nach dem Großbrand gegolten hat und die knappen Geld- und Materialressourcen zusätzlich die Aktivitäten der Baugenossenschaft behinderten.
Im Gegensatz dazu hatte das Handwerk trotz der Notzeiten ausreichend Arbeit. Versicherungen und staatliche Aufbauhilfen halfen bei der Finanzierung, die Rolle der Baugenossenschaft hatte sich nahezu erübrigt. So waren die Auswirkungen des Großbrandes, neben aller persönlichen Tragik, ein gewaltiges Beschäftigungsprogramm für die Bauwirtschaft und wie schon erwähnt, stammen viele Löffinger Betriebe aus dieser Zeit.Ein Problem für die Baugenossenschaftlichen Hausinteressenten war, das notwendige Kaufgeld aufzutreiben. Karl Schmutz gehörte zu den ersten Bewerbern und ist auch im Jahre 1922 in das neu erbaute Haus als Mieter eingezogen,.
Der Kauf aber selbst wurde erst 14 Jahre später, am 1.10.1936 getätigt.
Durch die Geldentwertung zwischen Baubeginn und Fertigstellung sind alle Spareinlagen vernichtet worden, und eine neue Ansparzeit von 10 Jahren ist auch heute noch für ein Haus nicht unüblich.
Das Dilemma für die Baugenossenschaft war, daß das Kapital über lange Zeiträume gebunden war und für neue Investitionen nicht zur Verfügung stand.
So ist dann auch erklärbar, weshalb nach dem "Blitzstart" dann eine eher gemächliche Phase eingekehrt ist.Am 21.8.1924 fand im "Ochsen" eine Verwaltungsratssitzung statt. Josef Benitz eröffnete die Sitzung anstelle des erst kürzlich verstorbenen Paul Guth. Herr Schirmer hatte das Amt als Aufsichtsrats-vorsitzender niedergelegt. Leopold Berger wurde zu seinem Nachfolger gewählt. Die Generalversammlung am 31.08.1924 im Gasthaus Linde wurde vom Aufsichtsratsvorsitzenden Leopold Berger eröffnet. Er brachte den Wunsch zum Ausdruck, dass das Vertrauen in die Baugenossenschaft neu gestärkt wird. Durch die Inflation und die große wirtschaftliche Not war die Baugenossenschaft in die Defensive gedrängt, die Mieter als Eigentumsanwärter des jeweiligen Objektes hatten z. T. sehr große Mühe die Mieten aufzubringen und mussten vielfach angemahnt werden. Von einem Kauf konnte in dieser Zeit keine Rede sein.
So entstand ein sehr großes Spannungsfeld zwischen der Mieterschaft und den Organen, was speziell in Wahlen zum Ausdruck kam, da keiner auf Anhieb bereit war, ein Amt im Vorstand anzunehmen.
Aus dieser Situation wurde Josef Benitz zum 1.Vorstand, Uhrmachermeister Maier zum 2. Vorstand gewählt, der Kassierer Hans Scheuregger stand nach langem hin und her dann doch noch zur Verfügung.
Der Aufsichtsrat wurde mit großer Stimmenmehrheit bestätigt und für den ausscheidenden H. Schirmer wurde Heinrich Kaltenbrunner in den Aufsichtsrat gewählt.
Die nachfolgenden Jahre erforderten ein extremes Krisenmanagement. Die Vorstandschaft war ausschließlich damit beschäftigt, Ausgaben und Einnahmen halbwegs in die Waage zu bringen.
Bei der Generalversammlung am 5. April 1925 legte Hans Scheuregger sein Amt als Kassierer endgültig nieder und Anton Beha war nach einer langen und aufreibenden Wahl bereit, diesen Posten für 1 Jahr provisorisch zu übernehmen. Als sein Nachfolger im Aufsichtsrat wurde Karl Egle gewählt.
Christian Faller stand ebenfalls nicht mehr als Aufsichtsrat zur Verfügung, für ihn wurde Karl Hepting gewählt.
Bei der Generalversammlung am 24.10.1926 legte der Gründer Leopold Berger seinen Aufsichtsratsvorsitz nieder und an seiner Stelle wurde Alfred Köpfler zum Vorsitzenden gewählt.
Die Versammlung insgesamt war wieder geprägt von hitzigen Debatten. Es wurde permanent nach Kompromissen gesucht, wie die Mieterschaft finanziell entlastet werden könnte. Große Debatten und die Beschwörung des genossenschaftlichen Gedankens beherrschten die Diskussion.Die Generalversammlung am 26.08.1928 brachte fast das Ende der Baugenossenschaft. Der Vorsitzende Benitz erhob scharfe Anschuldigungen an die Gemeinde und der damalige Bürgermeister Kuster wies diese Vorwürfe energisch zurück. Es entwickelte sich ein scharfes Wortgefecht und eine "katastrophale Stimmung" in dessen Verlauf die Herren Benitz und Köpfler augenblicklich ihre Ämter niederlegten. Erst nach den besonnenen Worten des 2. Vorsitzenden Wilh. Maier waren beide wieder zu bewegen, zumindest bis zum Versammlungsende weiterzumachen. Obwohl sich die Aussprache bis nachts 1:00 Uhr hingezogen hat, gab es nicht den geringsten Erfolg.
Beide blieben nur kommissarisch im Amt und in einer vorbereitenden Sitzung zur Generalversammlung 1930 wurde vom Aufsichtsrat Egle Antrag auf Auflösung - unter Wahrung der Statuten - gestellt. Da der Aufsichtsratsvorsitzende und 3 Aufsichtsräte die Sitzung verlassen hatten, war der verbleibende Rest nicht mehr beschlussfähig.
Die Generalversammlung am 25.05.1930 wurden von sehr langen Wahlen bestimmt. Es bestand keine Bereitschaft, die vakanten Vorstandsposten zu belegen.
Schließlich erklärte sich Ochsenwirt Alfred Köpfler und Heinrich Kaltenbrunner zur Annahme bereit.
Kassierer blieb weiterhin Anton Beha, Johann Fechtig wurde Aufsichtsratsvorsitzender und Josef Benitz und Wilhelm Maier verblieben der Baugenossenschaft als Aufsichtsräte.In einer Sitzung am 29.10.1930 war der Verbandsrevisor Schindel anwesend und übte sehr starke Kritik an der Baugenossenschaft. Er stellte überdurchschnittliche Mietrückstände fest, die Mitgliedsbeiträge waren um 70 % zu niedrig und außerdem zu großen Teilen nicht bezahlt. Er ermahnte die Verantwortlichen die Zahlungsrückstände einzutreiben, da sonst die Existenz gefährdet sei und die Genossenschaft an ihrer Wohlfahrt zu Grunde gehe.
Bei einer dann später anberaumten Objekt-Begehung des Vorstandes wurde zum Erschrecken festgestellt, daß einige nicht nur die Miete schuldeten, sondern das neueste Haus katastrophal heruntergewirtschaftet war.
Dem betroffenen Mieter wurde sofort gekündigt und mittels einer Notstandsmaßnahme das Haus wieder in einen bewohnbaren Zustand gebracht. 2 weiteren Mieter wurden wegen großer Zahlungsrückstände eine Räumungsklage angedroht und ein weiterer musste einen Bürgen für seine Schuld benennen.
Die Situation war am 19.09.1932 so, daß einem Gesamtmietsoll von 1582.- M, Rückstände von 903.- M gegenüberstanden.

Die Baugenossenschaft im "Dritten Reich"

Am 30.05.1933 erfolgte in einer Vorstands- und Aufsichtsratssitzung die "Gleichschaltung". Man wollte der NSDAP Parteiordnung zuvorkommen und vor der Generalversammlung die Angelegenheit auf eigene Art und Weise regeln.
(Gleichschaltung = Machtkonzentration unter Ausschaltung jeglicher Opposition, Vereinheitlichung aller Lebensäußerungen auf polit., wirtschaftlich. u. kulturellem Gebiet.)Herr Karl Wölfle wurde beauftragt, die Gleichschaltung vorzunehmen. Es kam folgendes Resultat zustande:Vorstandschaft : Alfred Köpfler, H. Kaltebrunner, Anton Beha. Ausichtsrat : Karl Wölfle, Johann Werne, Bernhard Studer, Alfred Zimmermann, Andreas Maier, Josef Benitz, Konrad Bader, Wilhelm Maier, Johann Fechtig.
2 Tage später wurden den Mitgliedern in der Generalversammlung die Richtlinien der Gleichschaltung vorgelesen. Auf die Frage, ob Widerspruch bestehe, erfolgte kein Einspruch. Alle Ämter waren wie vorgeschlagen belegt und der Vorsitzende Alfred Köpfler konnte die Sitzung beenden.Am 17. September 1933 wurde nach Gemeinde- und Parteierlass eine erneute Generalversammlung einberufen, da bei der letzten Versammlung Verfahrensfehler bezüglich der Gleichschaltung erfolgt waren. Die NSDAP-Ortsgruppe wurde nicht um Bestätigung angefragt.
Der Vorsitzende Köpfler protestierte erfolglos, der anwesende Ortsgruppenleiter Dr. Straub verlangte von Köpfler, die von Bürgermeister Booz erlassenen Auflagen zur Neufestlegung der Organe zu erfüllen. Josef Booz hatte den Bürgermeister Kuster im Gleichschaltungsverfahren abgelöst.Es wurden dann folgende Personen benannt :
Vorstand : Karl Wölfle, H. Kaltenbrunner, Anton Beha.
Aufsichtsrat : Heinr. Wider, Josef Bader, Otto Fürst, Franz Schweizer, Ernst Kraus, Karl Zepf, Leopold Roth, Karl Hepting, Karl Egle.
Heinrich Wider wurde von der Versammlung zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt, Karl Zepf zum Schriftführer.Die Vorstands- und Aufsichtsratssitzungen wurden von nun an auf dem Rathaus geführt und die ersten Maßnahmen waren, die schon lange vom Verband gerügten Rückstände und Beiträge einzutreiben. Die Baugenossenschaft sollte danach wieder einigermaßen eine finanzielle Basis finden. Auch der von Karl Hepting lang gehegte Wunsch, sein gemietetes Haus endlich zu Kauf angeboten zu bekommen, war mittlerweile möglich. Baufachmann Wider schätzte das Gebäude, der Kaufpreis war damals 5000 RM.
Am 14.10.1933 wurde an den Wohnungsverband Antrag auf Gemeinnützigkeit gestellt, welcher dann entsprechend bestätigt wurde.Die neue Führung der Baugenossenschaft war in den folgenden Jahren bemüht, die Dinge zu ordnen und begann durch Hausverkäufe die Liquidität wieder herzustellen. Erwähnenswert ist noch der Verkauf des Hauses an Julius Zepf. Am 19.03.1935 wurde unter 3 Bewerbern das Los gezogen und Julius Zepf erhielt danach den Zuschlag.In Beisein von Bürgermeister Andris wurde am 6. Februar 1936 an einen Neubau gedacht. Verschiedene Modelle wurden diskutiert und letztlich der Vorschlag von Bürgermeister Andris zum Bau eines Beamtenhauses favorisiert. Unter den Mitgliedern wurde dieser "Luxusbau" sehr stark kritisiert, was darin gipfelte, daß die Mitglieder Leopold Berger, Josef Benitz und Christian Faller von der Baugenossenschaft ausgeschlossen wurden. Bei dem Anwesen handelte es sich um das heutige Tierarzthaus Dr. Benz.
Dem Ausschluss vorausgegangen war eine Eingabe beim Amtsgericht von 35 Genossen, die das Projekt verhindern wollten.
H. Schindel vom Verband kritisierte die Mitgliederinitiative sehr scharf und sprach von Sabotage gegen die Arbeitsbeschaffung.
Das Geb"ude wurde jedoch erstellt und Bürgermeister Andris bezog den 2. Stock, der 1. Stock wurde von Lehrer Lipps angemietet.Im Jahre 1937 ist kurzzeitig nochmals H. Scheuregger in die Vorstandschaft eingetreten, welcher aber dann ein Jahr später nach Rottweil umgezogen ist und der Vorstand der Vorschussbank, Hans Mühl wurde sein Nachfolger. Dieser wiederum verzog 1941 in die Westmark. Friedrich Faller war sein Nachfolger.Aufsichtsratsvorsitzender damals war Heinrich Wider, ab 1937 bestand der Aufsichtsrat aus den Herren Wölfle, Leo Ratzer, Adolf Kopp, Heinrich Andris und Josef Bader. Im Jahre 1939 wurde Julius Zepf in den Aufsichtsrat gewählt.
Die Kriegs- und unmittelbare Nachkriegszeit war für die Baugenossenschaft eine sehr schwere Zeit. In der Generalversammlung im Jahre 1948 wurden die Herren Fritz Faller, Karl Zepf und Heinrich Wider für ihre Verdienste um die Baugenossenschaft geehrt. Julius Limb, Fritz Adrion und Josef Faller waren neu in den Aufsichtsrat gewählt.
Es wurde der Versuch unternommen, mit jüngeren Leuten etwas mehr Schwung in die ganze Sache zu bekommen, doch die Zeit war noch nicht reif.
Der Wohnungsbedarf war groß, doch es mangelte an allem. Alle Versuche, Mittel oder entsprechende Darlehen zu bekommen, sind erfolglos geblieben. In dieser Zeit sind im wesentlichen Aufbauhilfen für die ausgebombten Städte geleistet worden und das "flache Land" musste sich noch einige Zeit gedulden.
Ratschreiber Karl Zepf hat bis zum Neuanfang im Jahre 1951 die Baugenossenschaft über die Zeit gerettet und so das kleine "Flämmchen am Leben" erhalten .

Der Neuanfang nach dem 2. Weltkrieg. (Ära Walz)


Dittishauser straße 10 im Jahre 1953


Der Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg entwickelte sich zunächst kurios. Der noch sehr junge Kaufmann Theo Walz beabsichtigte im Jahre 1951, das heutige Geschäftsgebäude in der Kirchstrasse von der Gemeinde zu erwerben. Die damaligen Bewohner dieses Hauses waren älteren Löffingern noch bekannt, u.a. die weißrussische Familie Bongartz.
Für das Geschäft benötigte Walz jedoch das ganze Haus. Die Bitte an den damaligen Bürgermeister Paul Benitz um Räumung und Verkauf des Hauses belegte Benitz damals mit der Auflage, Walz solle die Vorstandschaft der "daniederliegenden" Baugenossenschaft übernehmen.
Der " Handel" ist zustande gekommen und für die Baugenossenschaft Löffingen begann eine neue Ära.Walz übte das Amt bis zum 31.03.1996 aus. 45 lange und speziell in den Anfängen schwierige Jahre ist er Vorstand gewesen und hat durch sein Engagement die Baugenossenschaft sehr erfolgreich in das 75. Jahr ihres Bestehens geführt.
Bürgermeister Paul Benitz, ein Bruder des früheren Vorstandes Josef Benitz, stand als 2. Vorstand Walz zur Seite. Am Aufbau und Bestand der Baugenossenschaft waren viele Löffinger Bürger ehrenamtlich beteiligt und der Versuch, alle in dieser Chronik zu erwähnen, soll ein kleines "Dankeschön" an die betroffenen Personen sein.
Im Jahre 1953 bestand der Vorstand aus :
Theo Walz, Paul Benitz und Franz Schweitzer.
Aufsichtsratsvorsitzender war Josef Faller. Karl Hepting, Leopold Roth, Heinrich Kaltenbrunner und Fritz Adrion waren Aufsichtsräte.1953 wurde der 6 Familienblock Dittishauserstrasse gebaut und bezogen. Am 21.9.1954 wurde der Beschluss zum Neubau des Hauses am Sportplatz gefasst, staatliche Fördermittel gab es damals nur in geringen Maßen und so stand die Genossenschaft bereits nach der Erstellung des Wohnblockes in der Dittishauserstrasse bereits wieder in starken finanziellen Nöten.
Auslöser der damaligen Schwierigkeiten war der Konkurs des neuangesiedelten Industriebetriebes Gay (heute Paul Hog). Die Löffinger Volksbank war damals stark davon betroffen. Die Folge war, dass bei Kreditnehmern der Volksbank verstärkt die Sicherheiten nachgeprüft wurden.
Nicht wenige Betriebe in Löffingen, darunter auch die Baugenossenschaft, gerieten vorübergehend in einen finanziellen Engpass.
Vorstand Walz konnte nach zähen Verhandlungen das "Beamtenhaus" an Tierarzt Dr. Benz verkaufen und der Genossenschaft dadurch wieder halbwegs zur Liquidität verhelfen.
Am 27.11.1955 wurde die Generalversammlung für die Jahre 1950 - 1954 abgehalten, der Vorstand blieb unverändert, Karl Hepting wurde zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt und der Aufsichtsrat wurde mit Josef Heiler 2, Franz Meier, Klaus Lehmann, Friedrich Jülch und Martin Zirn durchweg erneuert.In der Generalversammlung am 07.07.1956 wurde Fritz Adrion, anstelle des verstorbenen Franz Meier, wieder in den Aufsichtsrat gewählt. In dieser Versammlung hatte der Vorsitzende Walz das neue Konzept der Baugenossenschaft, den Bau von Einfamilienhäusern für Arbeitnehmer vorgeschlagen. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, Karl Hepting erhob gegen die Stadt Vorwürfe, nicht genug zu tun, um ausreichend und preisgünstiges Bauland zu erschließen. Auch das Handwerk kam nicht ungeschoren davon, die Idee Eigenheime für den Normalverdiener zu erstellen, erfordere auch ein Konzept des Handwerkes, welches jedoch nur zur Stelle sei, wenn es um Auftragserteilungen gehe.Am 25.01.1957 wollte Theo Walz vom Amt des Vorsitzenden zurücktreten, konnte aber nach längeren Verhandlungen doch wieder zur Weiterführung des Vorstandes bewogen werden.Am 22.09.1958 wurde beschlossen im "kleinen Brühl" Bauland anzukaufen. Am Januar 1959 ist die Ausschreibung für den Bau von 2 Zweifamilienhäusern im kleinen Brühl erfolgt. Es handelte sich dabei um die Häuser Zirn und Zahnarzt Bertram. Im Gegenzug sollte das "Gendarmeriehaus" in der Dittishauserstrasse verkauft werden. Auch auf den Alenberg erstreckten sich die Aktivitäten. Der erste Kaufanwärter nach dem Neubeginn war das Augsichtsratsmitglied Walter Maier, er baute und finanzierte sein Eigenheim mit der Baugenossenschaft. Bei der am 24.10.1959 erfolgten Generalversammlung für die Jahre 1956 - 1958 ergaben sich bei den Wahlen folgende Veränderungen :
Vorstand : Theo Walz, Paul Benitz und Martin Zirn.
Aufsichtsrat : Karl Hepting, (Vorsitz) Franz Schweizer, Fritz Adrion, Friedrich Jülch, Walter Maier und Karl Kuntz.
Das seit 4 Jahren angestrebte Ziel, durch den Bau von Reihenhäusern auch dem "Durchschnittsverdiener" zu Wohnungseigentum verhelfen, gewann nun Gestalt. Es wurde 1960 ein Architektenwettbewerb veranstaltet, eindeutiger Sieger wurde aber das "Walzsche Konzept" jeweils Dreiereinheiten zu schaffen, für welche der Vorstand Walz auch schon ein grobes Planungskonzept entwickelt hatte.
So geschah es auch im Verlauf der weiteren Jahre, daß nahezu das ganze Baugebiet "kleiner Brühl" und "Breiten" von der Baugenossenschaft bebaut wurde. Außer den beiden Wohnblocks der Baugenossenschaft sind alle Reihen - und Zweifamilienhäuser Eigentum der Mieter geworden. Das Prinzip war zunächst als Mieter in die Bauten einzuziehen und als "Kaufanwärter" dann über einfache und überschaubare Finanzierungsmodelle später zum Eigentümer zu werden.Erwähnenswert ist noch das Engagement von Josef Frey, der die Sitzungsprotokolle anfertigte und die Einladungen für die in dieser Zeit zahlreichen Sitzungen ausgetragen hat. Er war Rentner und hat diese Tätigkeit für eine bescheidene Zuwendung getan.Bei der Generalversammlung am 28.03.1963 stellten sich das Vorstandsmitglied Paul Benitz und Aufsichtsrat Fritz Adrion nicht mehr zur Verfügung. Die Versammlung wählte Hans Müller neu in den Aufsichtsrat. Bruno Laule wurde als Ersatzmann gewählt.
Die Ehrung für 40 jährige Mitgliedschaft erhielten : Karl Hepting, Fritz Adrion, Heinrich Wider, Anselm Egle, Otto Fürst, Julius Limb, Franz Schweizer, Karl Zepf, Julius Fehrenbach und Paul Benitz.
Am 01.06.1963 wurde Karl Kuntz für Paul Benitz in den Vorstand gewählt.
Da nun Bautätigkeiten in größeren Umfang angefallen sind, ist am 01.07.1963 Walter Zeller hauptamtlich bei der Baugenossenschaft angestellt worden
Für das 8 - Familienwohnhaus Hebelstrasse 1+3 wurden im Oktober 1963 die Maurerarbeiten vergeben. Im selben Jahr ist noch ein Zweifamilienhaus und ein Einfamilienhaus gebaut worden.Die ersten Häuser "Auf der Breiten" standen nun und die Gemeinde erwog, einen großen Teil des Baulandes an eine Karlsruher Maklerfirma zur Erschließung und Bebauung zu verkaufen. Theo Walz setzte sich kurzerhand ins Auto und hat "vor Ort" in Karlsruhe Informationen über die Bonität der Maklerfirma eingeholt. Das Ergebnis aus Karlsruhe war, dass es der Firma an Kapital und Seriösität mangelte. Der Gemeinderat hat danach von einem Verkauf Abstand genommen. So geschah es, dass die Baugenossenschaft im Verlauf der nächsten Jahre mit dem bewährten "Kaufanwärtermodell" den größten Teil des Baugebietes selbst bebaut hat.
Edmund Laufer und Erich Zepf sind bei der Generalversammlung am 25.05.1965 neu in den Aufsichtsrat gewählt worden.
Edmund Laufer hat als Bürgermeister eine sehr weitsichtige Grundstückpolitik betrieben und war der Idee der Baugenossenschaft sehr verbunden. Die Baugebiete Brühl, Breiten und später Reichberg haben durch den frühzeitigen Erwerb der Gemeinde in Löffingen über Jahrzehnte für ausreichend und preisgünstiges Bauland gesorgt. Jegliche Makler- und Grundstückspekulation wurde unterbunden, was letztlich dazu führte, das die Möglichkeit zur Schaffung eines Eigenheimes auch Personen zugänglich wurde, die nicht zu den Spitzenverdienern gehörten.In der Generalversammlung am 14.12.1967 ist der Aufsichtsratsvorsitzende Karl Hepting aus Altersgründen zurückgetreten. Als Gründungsmitglied, im Aufsichstrat seit 1933 und als dessen Vorsitzender seit 1955, wurde er vom damaligen Bürgermeister Edmund Laufer für sein außergewöhnliches Engagement geehrt.
Karl Hepting hat durch sein jahrzehntelanges Wirken einen großen Teil baugenossenschaftlicher Geschichte mitgestaltet und -geprägt.
Als Nachfolger im Aufsichtsrat ist Walter Kromer gewählt worden.
Karl Kuntz ist kurz vor der Sitzung aus der Vorstandschaft ausgetreten.
Ab dem Jahre 1968 war dann Walter Maier Aufsichtsratsvorsitzender.
Im Jahre 1970 setzten sich die Organe der Baugenossenschaft wie folgt zusammen :
Vorstand : Theo Walz, Martin Zirn und Walter Zeller.
Walter Maier Aufsichtsratsvorsitzender, Walter Kromer, Edmund Laufer, Bruno Laule, Hans Müller und Erich Zepf waren Mitglieder des Aufsichtsrates.Eine 1970 erstellte Zusammenfassung bisheriger Tätigkeiten ergab, dass seit 1951 19 Einfamilienhäuser, 10 Zweifamilienhäuser und 45 Mietwohnungen erstellt wurden. Es herrschte in dieser Zeit eine Art "Goldgräberstimmung", Theo Walz und die Mannschaft um ihn nutzten die "Gunst der Stunde". Wie schon erwähnt, die Grundstückspolitik der Gemeinde, die Einfachheit der Genehmigungsverfahren und die "Man-Power" des Vorstandes waren das Erfolgsrezept. Die Kauf-Mieter mussten damals noch sehr zeitaufwendig von ihrem "Kaufwillen" überzeugt werden. Die Einkommensverhältnisse für einfache Arbeitnehmer waren damals noch sehr bescheiden und die Angst vor Schulden war bedeutend größer als heute.
Die damalige bundespolitische Situation war, dass 1969 die sozialliberale Koalition an die Regierung gewählt wurde. Der Anspruch des Bundeskanzlers, Willi Brandt, neben der Ostpolitik war :" Mehr Demokratie wagen" und die "Belastbarkeit der Wirtschaft "zu prüfen.
Der Einfluss der Gewerkschaften auf die Bundesregierung bescherte der Arbeitnehmerschaft im kommenden Jahrzehnt kräftige Einkommenszuwächse. Jährliche Inflationsraten - bis zu 10 % - waren nicht unüblich. Neben allen inflationsbedingten Problemen kam diese Entwicklung aber den Hauskäufern zugute.
10 - 15 Jahre später entsprach der Betrag, den damals ein Reihenhaus gekostet hat, dem Preis eines Autos der "gehobenen Mittelklasse". Am 31.12.1972 ist Walter Maier aus beruflichen Gründen als Aufsichtsratsvorsitzender zurückgetreten und Hans Müller wurde am 24.April 1973 sein Nachfolger. Walter Kromer ist im Frühjahr 1973 zurückgetreten, Helmut Wörner und Albin Biethinger sind neu in den Aufsichtsrat gewählt worden.Bei der Generalversammlung am 19. M"rz 1976 stellte sich Altbürgermeister Edmund Laufer nicht mehr zur Wiederwahl. In einer Fernsehsendung wurde die Finanzlage der Stadt Löffingen nach dem Bau der Realschule mit der New York`s verglichen. Die Stadt Löffingen wurde faktisch als zahlungsunfähig bezeichnet. Verbittert legte Laufer daraufhin alle Ehrenämter in Löffingen nieder. Edmund Laufer geschah damals viel Unrecht, die Stadt Löffingen zehrte noch Jahrzehnte von den Bauplätzen auf dem Reichberg die er während seiner Amtszeit sehr günstig erworben hatte. Der Verkauf dieser Bauplätze bildete auch gleichermaßen die Basis für die spätere Entwicklung unserer Stadt. Die Bedeutung der Amtszeit Laufers für die Baugenossenschaft und dem Wohnungsbau in Löffingen kann an der Anzahl der in dieser Zeit erstellten Mietwohnungen und dem gebauten Wohneigentum gemessen werden. Laufer war wohl einer der größten Förderer der Baugenossenschaft in ihren 75 Bestandsjahren
Als Nachfolger Laufers wurde Walter Feser in den Aufsichtsrat gewählt.Die enorme Bautätigkeit der Baugenossenschaft schließt mit der Fertigstellung des 15 Fam. Wohnblock Rosenweg (M6) im Jahre 1974.
Die Wohnungsnachfrage war gesättigt, im Mietwohnungsbereich waren erstmalig Leerstände zu verzeichnen. Die Arbeit des hauptamtlich beschäftigten Walter Zeller beschränkte sich auf die Verwaltung der 54 Mietwohnungen und einigen Architekturaufträgen. So wurde 1977 seitens des Verbandes eine Fusion vorgeschlagen. Innerhalb der Baugenossenschaft wurde an eine Verwaltungsgemeinschaft gedacht.
Im Dezember 1977 wurde der Block E 2 (Fürstenbergstrasse) an die Gemeinde zurück übertragen, welchen die Baugenossenschaft für die Stadt gebaut und verwaltet hatte.Walter Zeller ist per 30.09.1979 als hauptamtlicher Geschäftsführer der Baugenossenschaft ausgetreten.Die Aufgaben der kaufmännischen Verwaltung wurden der damaligen "Neuen Heimat" in Neustadt (jetzt Familienheim Hochschwarzwald) übertragen. Es wurde eine Verwaltungsgemeinschaft gegründet, die heute noch Bestand hat.Die Selbständigkeit der Baugenossenschaft Löffingen konnte so erhalten werden. Waren in der Vergangenheit gelegentliche Mängel im administrativen Ablauf zu erkennen, so ist, seit Geschäftsführer Ernst Schwörer mit seinem Team vom Familienheim diese Abwicklungen tätigt, auch in diesem Bereich eine solide Abwicklung festzustellen. Diese Verwaltungsgemeinschaft wurde lange Zeit als Modellfall betrachtet und hat sich außerordentlich gut bewährt.Nachfolger von Walter Zeller im Vorstand war Helmut Wörner, Fredy Amann wurde 1980 in den Aufsichtsrat gewählt.
Im Jahre 1982 ist Albin Biethinger aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden, Anton Käfer wurde sein Nachfolger.
Das Grundstück an der Rötenbacherstrasse wurde ebenfalls 1982 erworben.
Bei der Generalversammlung 1983 ist Hans Müller nach 20 jähriger Tätigkeit im Aufsichtsrat und 10 Jahren als dessen Vorsitzender nicht mehr zur Wiederwahl angetreten. Bei der Verabschiedung dankte Vorstand Theo Walz dem ausscheidenden Hans Müller für sein über 2 Jahrzehnte dauerndes Wirken im Dienste der Baugenossenschaft.Nachfolger als Aufsichtsratsvorsitzender wurde Erich Zepf, neu in den Aufsichtsrat wurde Richard Denzel gewählt.Am Ende des Jahres 1978 waren 144 Genossen mit 449 Anteilen im Register eingetragen.
Am 10.November 1986 sind Helmut Wörner als Vorstand und Bruno Laule als Aufsichtsrat zurückgetreten. Bruno Laule gehörte dem Aufsichtsrat seit 1970 und Wörner seit 1973 an. Laule war 17 Jahre für die Interessen der Baugenossenschaft eingetreten und Helmut Wörner 13 Jahre, davon 6 Jahre im Vorstand. Beide haben sich sehr stark mit den Zielen der Baugenossenschaft identifiziert und die Entwicklung sehr aktiv mitgeprägt.
Anton Käfer wurde 1986 in den Vorstand berufen, Adolf Gnädinger war 1986 - 1987 Aufsichtsrat. Siegfried Knittel und Herbert Weber sind ab 1987 im Aufsichtsrat vertreten, 1989 nach dem Wegzug von Richard Detzel ist Harald Glass in den Aufsichtsrat nachgerückt.Am 08.09.1990 ist Martin Zirn als Vorstandsmitglied ausgeschieden. Herr Zirn war ab 1955 als Aufsichtsrat und seit 1959 als Vorstand bei der Baugenossenschaft tätig. Herr Zirn hat über 35 Jahre entscheidend bei der Baugenossenschaft gewirkt. Als Steuerberater war er beruflich sehr stark beansprucht. Trotzdem waren Ihm die Anliegen der Baugenossenschaft immer sehr am Herz gelegen. Bei hitzigen Debatten verstand er es immer wieder, als Schlichter einzutreten. Für die 35 jährige Tätigkeit dankte Aufsichtsratsvorsitzender Erich Zepf dem Ausscheidenden für sein großes Engagement.In der Generalversammlung vom 09.11.1990 wurde Carola Hannes, für den weggezogenen Herbert Weber, in den Aufsichtsrat gewählt.Bei der Generalversammlung am 28.12.1991 feierte die Baugenossenschaft ihr 70 j"hriges Bestehen.
Aufsichtsratsvorsitzender Erich Zepf ehrte Theo Walz für seine 40 jährige Tätigkeit als Vorstand.
Erich Zepf wurde für 25 Jahre, Walter Feser für 15 Jahre und Fredy Amann für 10 Jahre Tätigkeit im Aufsichtsrat geehrt.
Schon 1990 wurde nach einer längeren Pause wieder an den Bau eines Mehrfamilienhauses gedacht. Mehrere Wirtschaftlichkeitsberechnungen waren notwendig. Das Problem dabei war nicht die Finanzierung, sondern die Wirtschaftlichkeit. Erst als sich die Stadt Löffingen mit einem Zinszuschuß beteiligte, gelang es, die Zustimmung des Verbandes zu erhalten und der Neubau Wachtbuckstrasse 55 konnte im Jahr 1992 erstellt und bezogen werden.
Frau Karin Dick wurde in der Generalversammlung 1993 in den Aufsichtsrat gewählt.
Im Jahre 1994 wurden die nächsten 6 Wohneinheiten, die Wachtbuckstrasse 57 gebaut.
Bei der Generalversammlung im November 1994 sind Fredy Amann und Siegfried Knittel aus beruflichen Gründen nicht mehr zur Wiederwahl angetreten.
Herr Amann war 14 Jahre und Herr Knittel 7 Jahre Mitglied des Aufsichtsrates. Aufsichtsratsvorsitzender Erich Zepf verabschiedete beide Herren mit einem Präsent und bedankte sich für ihr Engagement. Neu in den Aufsichtsrat wurden Werner Adrion und Ekkehard Marx gewählt.

Werner Adrion wurde am 28.8.1995
in den Vorstand berufen.

Im Verlauf der Generalversammlung 1995 wurde Karl Schreiber in den Aufsichtsrat gewählt.


1996 ist der Wohnblock M 10, Rötenbacherstrasse erstellt worden, der noch im Jubiläumsjahr bezogen werden wird.
Alle seit 1992 erstellten 18 Wohnungen konnten nur mit der Unterstützung der Stadt gebaut werden, wofür an dieser Stelle Bürgermeister und Stadtrat ausdrücklich gedankt sei.
Im Jahre 2002 wurde von der Familie Wider der Wohnblock Konradin-Kreutzerstrasse 15 und Hebelstrasse 12 mit weiteren 15 Wohnungen gekauft.
Auch hier hat die Stadt Löffingen mit einem Zinszuschuss geholfen, damit sind diese Wohnungen dem Mietmarkt als "bezahlbarer Mietwohnraum" erhalten geblieben.
Erich Zepf ist am 29.3.1996 in die Vorstandschaft eingetreten und Walter Feser hat den Vorsitz im Aufsichtsrat übernommen.
Zum 31.3.1996 hat der amtierende Vorstand Theo Walz seine Tätigkeit, nach 45 Jahren, in der Baugenossenschaft beendet.
In einer Feierstunde zum 75. Geburtstag der Baugenossenschaft Löffingen, am 24.04.1996 taggleich zur Gründung vor 75 Jahren ist Theo Walz offiziell verabschiedet worden.
Er wurde mit der goldenen Ehrennadel des Verbandes Baden Württembergischer Wohnbauunternehmen ausgezeichnet. Am 18. Oktober 1996 wurde Theo Walz, für seine großen Verdienste zum Wohle der Allgemeinheit, vom Landrat Joachim Glaeser mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.
Im Jahre 1951, als junger Mann im Alter von 24 Jahren, hat Walz das Amt des geschäftsführenden Vorstandes übernommen. Gezwungenermaßen, wie schon erwähnt.
Nach 45 Jahren, im Alter von 69 Jahren hat Walz das Amt in jüngere Hände gelegt.
Was er in diesem Ehrenamt in 45 Jahren geschaffen hat übersteigt die übliche Norm um ein vielfaches.
Die aufgebrachte Zeit ist nicht zu bemessen und sprengt jegliche Vorstellungskraft.
Theo Walz war sicher kein "pflegeleichter" Vorstand, er ist ein Mensch mit Ecken und Kanten. Seine allseits bekannte Zielorientiertheit und Beharrlichkeit bekamen nicht nur Aufsichtsrat und Mieter zu spüren, als jahrzehntelanger Stadtrat hat er auch so manchen Löffinger Bürgermeister und Kommunalpolitiker vorübergehend "aus der Fassung" gebracht.
Die Begriffe "Aufgeben und Unmöglich" existieren im Wortschatz eines Theo Walz nicht.
Die "Walzsche" Beharrlichkeit ist auch das Fundament, auf dem sich der heutige Bestand und Erfolg der Baugenossenschaft Löffingen gründet.
Auf sein Lebenswerk kann Walz mit Stolz blicken, keine Ehrung kann dieses Engagement angemessen würdigen.Im Jahre 2004 beträgt der Wohnungsbestand der Baugenossenschaft Löffingen 86 Wohnungen mit 48 Garagen und 19 Stellplätzen.
Die Gesamt - Mietfläche beträgt 6613 qm und in den vergangenen 10 Jahren wurde der Wohnungsbestand kräftig saniert und modernisiert.
Unser langjähriger Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstand Erich Zepf verstarb am 27.01.2003. Seit November 2002 ist Walter Kessler in die Vorstandschaft eingetreten.